England calling

Eine kleine Restaurantkritik – Don’t believe the Hype

Meine Freundin zu Besuch, große Lust auf ein leckeres Essen. Ein Restaurant direkt um die Ecke, welches in den Medien hochgelobt wurde. Englische Küche wird geboten. Also nichts wie hin. England soll sich ja kulinarisch entwickelt haben. Der junge englische Koch soll sich seine Sporen in der Sterneküche eines Berliner Restaurants verdient haben. Apropos Sporen, hat der Koch den ausgestopften Fuchs im Fenster selbst erschossen? Nun denn, trotz des befremdlichen Anblicks, los geht’s. Gedämpftes Licht und korrekt eingedeckte Tische empfangen uns, na ja, die etwas wackeligen Stühle haben ja mit dem Essen nichts zu tun. Die beiden Servicekräfte natürlich adäquat gekleidet. Allerdings, was ist das? Ein junger Mann mit zerrissenen Jeans und ausgewaschenen T-Shirt wuselt da auch noch herum. Erst dachte ich er gehört nicht zum Personal, aber da lag ich falsch. Mhhhh, vielleicht muss er sich seinen passenden Outfit erst verdienen.

Egal, die üppigen Weinkarten werden mir gereicht.  Ja, Karten. Die Standard Karte und die Tageskarte. Freude kommt auf, ja da wird sich doch sicher etwas leckeres finden. Ich wähle eine Flasche Pinot Noir. Die Bestellung wird aufgenommen und einige Zeit später wird mir lapidar mitgeteilt. Sorry, haben wir nicht mehr. Oooops. Schade eigentlich. Die Stimmung leicht gesunken, Okay, shit happens.

Na ja, die Gerichte die wir bestellt haben sind aus meinem Gedächtnis wohlweislich gestrichen. Ich erinnere mich an die in Tempura Teig frittierten Salbei Blätter. Der Geschmack….. welcher Geschmack? Es schmeckte nach nichts, nach gar nichts. Wenn ich Salbeiblätter auf die Tageskarte schreibe, versuche ich doch als Koch vorher ob die Blätter Geschmack haben und nicht nur nach Salbei aussehen. Tja, auch der Rest war Schweigen. Das Gemüse hatte Biss. Das war’s dann auch. Es hatte Biss aber keinerlei Geschmack. Als ob jeglicher Geschmack ausgekocht wurde und Würzen eine Todsünde ist. Auch die anderen Speisen schmeckten schlichtweg nach nichts, wenn man nicht vorher auf die Karte geschaut hätte, wüsste man nicht was zuvor mit großer Geste serviert wurde. Immerhin, wie man auf großen Tellern sehr überschaubar anrichtet hat sich der Koch wohl in seiner Ausbildung angeeignet. Wenn er denn auch noch kochen gelernt hätte………

Fazit, einige Zeit später hat der Laden geschlossen. Wir waren wohl nicht die einzigen die die Feinheiten der englischen Küche nicht verstanden haben.

 

 

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