New York City

New York City, just like I pictured it.

Von wegen. Wir schreiben das Jahr 1967 – Die Koordinaten: 40 grad 43 Minuten Nord, 74 Grad West. Der kleine Jungmann ganz aufgeregt. Freiheitsstatue, die Skyline New Yorks, aaaaber nichts, keine Skyline, keine Statue, son oller Frachter wie wir es sind geht es sonst wo hin fernab von Manhattan irgendwo an irgendeinen Liegeplatz an dem wir unsere Fracht, Corned Beef in Dosen und naaaaaa man glaubt es kaum „SPAM“ löschen sollen. Also abladen. Nun denn. Ich als kleiner Hänfling musste während des Abladens sogenannte Raumwache gehen. Also von einem strategisch günstigen Ort „überwachen“ ob gestohlen wird und dies natürlich unterbinden. Ha ha ha, die Hafenarbeiter, alle mindestens doppelt so alt, doppelt so groß und stark wie ich scherten sich natürlich einen Dreck um den kleinen blonden jungen der da saß und zuschaute wie die Schauerleute ihre Haken die aussahen wie Fleischerhaken mit Holzgriff munter in fast jeden Karton mit den Fleischwaren schlugen und sich ne Dose schnappten und die natürlich auch mit diesen haken die sie perfekt zu handeln wussten öffneten, einen Bissen nahmen um dann die Dose achtlos zur Seite warfen. Mhhh, mein Job war ja genau dies zu unterbinden. Ich fasste mir ein herz und sagte hey guys das darf man nicht…. Die Gang der Schauerleute grinste mich an und der biggest bully on the block kam zu mir hielt mir seinen Haken, übrigens ein sehr gepflegter haken mit schönem griff und super zugespitzt an meinen hals und fragte ob ich irgendein Problem hätte, Einwände oder dergleichen. Okay, so gesehen hatte ich in diesem Augenblick absolut keine Einwände mehr, außer dass ich die Hosen gestrichen voll hatte und mir letztendlich nur noch aussuchen konnte, bekomme ich stress mit den Hafenarbeitern oder später dann mit den Offizieren die dann die dutzenden von beschädigten Kartons finden und die angefressenen dosen. Also ergriff ich die flucht nach vorne und bat den großen böse aussehenden Mann doch nur eine oder zwei Kartons zu öffnen und deren Inhalt zu verzehren, die könnte ich dann auch später verschwinden lassen und hätte keinen Stress. Erst drückte er mir seinen Haken noch etwas stärker an die Kehle und ich dachte, oooops, war wohl keine gute Idee, aber dann lachten alle und zu meinem Erstaunen hielten sie sich fortan an diese Regel. Hey von diesem Moment an war die Raumwache ein Vergnügen und alle waren verwundert warum bei mir nix geklaut wurde.

Nun denn, aaaaaber das wichtigste ich wollte an Land, ich wollte unbedingt nach Manhattan. Ich hörte damals schon Jimi Hendrix, die Mothers of Invention, Big Brother and the Holding Company, Bob Dylan, the Fugs, MC5 und what have ya. Ich hatte gehört man müsse zum Washington Square, ich dachte überall in New York würde es nur so von Beatniks und Hippies wimmeln. Also dann, auf geht’s keiner meiner Kollegen wollte mit, zu weit, was will man da, keine Nutten, zu teuer usw usw . also nahm ich mir einen freien Tag und machte mich auf den weg, der nun wirklich nicht einfach war. Allein von unserem Liegeplatz zu einer U-Bahn zu kommen war schon ein abenteuerlicher Fußmarsch von fast einer Stunde mit Begegnungen der seltsamsten Arten die man nur übersteht, wenn man mit geradem Kreuz gezieltem Blick und der Attitude ich geh hier immer entlang übersteht. Zum Glück war es ja noch am Tag und ich hatte dann doch arge Bedenken wie sich meine Rückkehr am Abend gestalten würde. Egal, ich wollte nach Manhattan, ich wollte eintauchen in eine Welt die es damals in Deutschland so noch nicht gab. Dachte ich.

To be continued

 

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